Kategorie: Pilzdübel

Pilzdübel: Holz beimpfen und jahrelang Pilze ernten

Pilzdübel sind Buchendübel, die komplett mit Pilzmyzel durchwachsen sind. Du schlägst sie in einen Baumstamm, verschließt die Löcher mit Wachs und lässt das Myzel arbeiten. Nach ein paar Monaten kommen die ersten Pilze und dann immer wieder, teilweise drei bis fünf Jahre vom selben Stamm. Falls du die Begriffe Impfdübel oder Dübelbrut irgendwo liest: Gemeint ist genau dasselbe.

Warum Pilzdübel perfekt für Anfänger sind

Du brauchst keinen Reinraum, kein Substrat und kein Vorwissen. Einen Akkubohrer mit 8er Aufsatz, einen Hammer und ein Stück frisches Laubholz. Mehr nicht. Die Dübel kommen fertig besiedelt bei dir an. Auspacken, Holz bohren, reinschlagen, Wachs drauf. Fertig.

Wer sich unsicher ist, ob Pilzzucht überhaupt was für ihn ist, fängt am besten mit Dübeln an. Weniger kann dabei schiefgehen als bei jeder anderen Methode. Wenn du lieber komplett ohne Bohren und Warten starten willst, schau dir mal unsere Fertigkulturen an, da erntest du schon nach wenigen Tagen.

Wie du Pilzdübel verwendest

Bohr 8 mm Löcher in dein Holz, im Schachbrettmuster, etwa 10 bis 15 cm Abstand. Dübel reinklopfen bis sie bündig sitzen. Dann jedes Loch mit etwas Bienenwachs verschließen. Das hält Feuchtigkeit drin und Fremdpilze draußen.

Danach stellst du den Stamm schattig auf. Nordseite vom Haus, unter einer Hecke, hinterm Schuppen. Bloß keine pralle Sonne. Und bei längeren Trockenphasen im Sommer einfach ab und zu mit dem Gartenschlauch drüber. Das Holz darf nie komplett austrocknen, sonst stirbt das Myzel ab.

Für einen Stamm mit 20 cm Durchmesser und einem Meter Länge brauchst du circa 25 Dübel. Dünnere Stämme werden schneller durchwachsen, dickere brauchen entsprechend länger.

Wie unsere Pilzdübel hergestellt werden

Wir stellen unsere Dübel selbst her. Den kompletten Prozess von der sterilen Besiedelung bis zum fertigen Dübel kannst du dir in unserem Video anschauen:

Mehr Videos, Anleitungen und Einblicke in unsere Arbeit findest du auf unserem YouTube Kanal, TikTok und bei Instagram.

Welches Holz für Pilzdübel?

Laubholz. Buche ist die sicherste Wahl, aber Birke und Pappel funktionieren auch gut. Bei Eiche aufpassen: Die Gerbsäure macht es dem Myzel schwerer, da braucht es deutlich länger. Das Holz sollte frisch geschlagen sein und dann vier bis sechs Wochen draußen liegen, bevor du es beimpfst.

Achte darauf, dass die Rinde heil ist. Beschädigte Stellen sind Einfallstore für Schimmel und Konkurrenzpilze. Und Nadelholz geht nicht. Einzige Ausnahme: Krause Glucke, die wächst tatsächlich auf Fichte und Kiefer.

Was wir liefern

Unsere Pilzdübel haben das Format 8 × 40 mm und sind bei Versand komplett durchwachsen. Wir verschicken keine halbfertigen Dübel. Was bei dir ankommt, kann direkt ins Holz.

Neben den fertig besiedelten Dübeln in der 50er Packung bieten wir auch den Pilzdübel AIO steril an. Das sind sterile, unbewachsene Dübel, die du selbst mit Flüssigmyzel beimpfen kannst. Praktisch, wenn du mit einer bestimmten Pilzart experimentieren oder den kompletten Prozess selbst in der Hand haben willst.

Pilzdübel oder Körnerbrut?

Für Baumstämme im Garten: Dübel. Du musst nicht steril arbeiten und die Erfolgsquote ist hoch. Körnerbrut lohnt sich eher, wenn du indoor auf Substrat züchten willst, also auf Stroh, Kaffeesatz oder Sägemehl. Oder wenn du viele Stämme auf einmal beimpfen willst und die Brut vorher noch vermehren möchtest. Für den klassischen Einstieg im Garten: Nimm Dübel.

Falls du dich für die Indoor Zucht auf Substrat entscheidest, findest du bei uns auch sterile Substrate und das passende Zubehör wie Pilzzucht Tüten, Spritzen und Impfports. Und damit beim Arbeiten alles sauber bleibt, haben wir auch Desinfektionsmittel im Sortiment.

Das spricht für Pilzdübel

  • Kein steriles Arbeiten nötig, Bohrer und Hammer reichen
  • Ein Stamm liefert über mehrere Jahre frische Pilze
  • Funktioniert im Garten, auf dem Balkon, im Schatteneck
  • Null Vorkenntnisse nötig
  • Gutes Projekt mit Kindern, die finden das Wachsen super spannend

Du hast noch Fragen zur Pilzzucht allgemein? Schau in unseren Q&A Bereich oder lies dir die Hinweise zu Lagerung und Verarbeitung durch.

 

 

Häufige Fragen zu Pilzdübeln

Was sind Pilzdübel?

Pilzdübel sind kleine Buchendübel im Format 8 × 40 mm, die komplett mit lebendigem Pilzmyzel durchwachsen sind. Du schlägst sie in vorgebohrte Löcher in einem Baumstamm, verschließt die Stellen mit Wachs und lässt das Myzel den Stamm besiedeln. Nach einigen Monaten bilden sich Fruchtkörper, also das, was wir als Pilz kennen und essen. Man nennt sie auch Impfdübel, Dübelbrut oder Pilzstopfen.

Welche Bohrergröße brauche ich für Pilzdübel?

Für unsere Dübel mit 8 mm Durchmesser nimmst du einen 8 mm Holzbohrer. Das Loch sollte etwa 5 cm tief sein, also etwas tiefer als der Dübel lang ist. Wichtig: Bohr mit niedriger Drehzahl. Bei zu hoher Drehzahl wird das Holz um das Bohrloch heiß und verhärtet, das erschwert dem Myzel das Einwachsen.

Wie bohrt man Pilzstämme richtig?

Verteile die Löcher gleichmäßig im Schachbrettmuster über den ganzen Stamm, etwa 10 bis 15 cm Abstand. Die Stirnflächen an beiden Enden nicht vergessen, auch da ein paar Löcher setzen. Dübel reinklopfen bis sie bündig mit der Rinde sitzen, dann jedes Loch mit Bienenwachs verschließen.

Wann ist die beste Zeit zum Beimpfen?

Am besten im Frühling oder Herbst, bei Temperaturen zwischen 10 und 20 °C. Nicht bei Frost und nicht bei großer Hitze. Beides stresst das Myzel und verlangsamt die Besiedelung. Wenn du im Frühjahr beimpfst, kannst du mit etwas Glück schon im Herbst die erste Ernte haben.

Wie viele Pilzdübel brauche ich pro Stamm?

Als Richtwert: 20 bis 25 Dübel für einen Stamm mit 20 cm Durchmesser und einem Meter Länge. Bei dickeren oder längeren Stämmen entsprechend mehr. Lieber ein paar Dübel zu viel als zu wenig, denn je schneller das Myzel das Holz durchwächst, desto weniger Chance haben Fremdpilze.

Wie lange dauert es bis zur ersten Ernte?

Das hängt von der Pilzsorte und dem Holz ab. Austernpilze sind am schnellsten und können schon nach wenigen Monaten fruchten, teilweise noch im selben Jahr. Shiitake braucht länger, da kann die erste Ernte auch mal erst im Folgejahr kommen. Generell gilt: Dünnere Stämme werden schneller durchwachsen als dicke.

Wie lange hält eine Pilzbrut?

Fertig besiedelte Pilzdübel solltest du innerhalb von vier bis sechs Wochen nach Erhalt verarbeiten. Lagere sie kühl und trocken bei 5 bis 20 °C in der Originalverpackung, aber nicht im Kühlschrank. Das Myzel ist ein lebendes Produkt und verliert mit der Zeit an Vitalität. Je frischer du die Dübel verarbeitest, desto besser wächst das Myzel ins Holz ein.

Auf welchen Bäumen wachsen Austernpilze?

Austernpilze sind ziemlich anspruchslos und wachsen auf fast jedem Laubholz. Am besten funktioniert Buche, aber auch Birke, Pappel, Weide und Ahorn gehen gut. Eiche ist möglich, dauert aber wegen der Gerbsäure länger. Austernpilze sind auch deshalb perfekt für Anfänger, weil sie schnell fruchten und wenig fehleranfällig sind.

Kann ich Pilzdübel auch auf dem Balkon verwenden?

Ja. Solange du ein Stück Laubholz hast und einen schattigen Platz, funktioniert das auch auf dem Balkon. Achte darauf, dass das Holz nie austrocknet. Im Sommer musst du wahrscheinlich öfter gießen als im Garten.

Wie unterscheide ich Myzel von Schimmel?

Gesundes Pilzmyzel wächst gleichmäßig, sieht wattig weiß aus und riecht angenehm pilzig. Schimmel dagegen ist oft grün, schwarz oder blaugrau, wächst fleckig und riecht muffig oder sauer. Wenn du dir unsicher bist, schick uns ein Foto über unser Kontaktformular oder über Instagram, wir helfen dir weiter.

Kann ich Pilzdübel auch selbst herstellen?

Ja. Dafür brauchst du sterile Holzdübel und eine Pilzkultur zum Beimpfen. Wir bieten dafür den Pilzdübel AIO steril an, den du mit unserem Flüssigmyzel selbst besiedeln kannst. So hast du den kompletten Prozess in der Hand und kannst jede Pilzsorte verwenden, die wir im Sortiment haben.

Geht auch Nadelholz?

Nein, Nadelholz ist für die meisten Pilzarten nicht geeignet. Die Harze und Inhaltsstoffe hemmen das Myzelwachstum. Einzige Ausnahme ist die Krause Glucke, die tatsächlich auf Fichte und Kiefer wächst.