Ophiocordyceps-befallene Ameise hält sich mit den Mandibeln an einer Blattader fest

Zombie-Ameisenpilz: Wie Ophiocordyceps Ameisen manipuliert

Ein Pilz bringt eine Ameise dazu, ihren normalen Lebensraum zu verlassen, an Pflanzen hochzuklettern und sich festzubeißen. Was wie Science-Fiction klingt, ist ein spezialisierter Fortpflanzungszyklus verschiedener Arten aus dem Ophiocordyceps-unilateralis-Komplex.

Vom Wirt zur Sporenplattform

Die Sporen infizieren passende Ameisenarten. Im Körper wächst der Pilz weiter und verändert das Verhalten des Wirts. Die Ameise klettert in eine für den Pilz günstige Position und fixiert sich mit den Mandibeln an Blattadern, Zweigen oder Rinde. Welche Unterlage genutzt wird, hängt auch von Region und Lebensraum ab.

Nach dem Tod bleibt die Ameise befestigt. Aus dem Körper entwickelt sich später ein Fruchtkörper. Von der erhöhten Position können Sporen in den Bereich unterhalb gelangen, in dem weitere Ameisen vorbeikommen.

Der Pilz muss das Gehirn nicht durchwachsen

Untersuchungen an manipulierten Rossameisen zeigen ein überraschendes Bild: Pilzzellen durchziehen große Teile des Körpers und bilden Netzwerke um Muskelfasern, während das Gehirn strukturell weitgehend frei bleibt. Die Verhaltensänderung erfordert also nicht, dass der Pilz das Gehirn einfach ersetzt.

Wie die Steuerung im Detail funktioniert, ist weiterhin Gegenstand der Forschung. Pilz, Wirt und Signalmoleküle bilden ein komplexes System. Darum ist die populäre Formulierung „Gedankenkontrolle“ zwar aufmerksamkeitsstark, biologisch aber stark vereinfacht.

Ein hoch spezialisiertes Zusammenspiel

Diese Pilze sind meist auf bestimmte Ameisenwirte spezialisiert. Ein Pilz, der einen Wirt manipuliert, erzeugt nicht automatisch dasselbe Verhalten bei jeder anderen Ameisenart.

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